Einladung zu
Dominik Perler (HU Berlin)
Wozu verrückte Theorien studieren? Zur Bedeutung der Philosophiegeschichte
Dienstag, 20. Oktober, 18:45 Uhr, Hörsaal 01.15
Eine Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte, so wird häufig argumentiert, ist wichtig, weil viele ältere Theorien die Grundlage für heutige Theorien gelegt haben und immer noch überzeugend sind. Doch warum sollte man Theorien studieren, die vollkommen veraltet oder gar falsch erscheinen? Wäre es nicht besser, sie einfach zu ignorieren?
Der Vortrag stellt sich dieser Herausforderung, indem er sich exemplarisch mit zwei „verrückten“ Theorien beschäftigt: Aristoteles’ Theorie über natürliche Sklaverei und Malebranches Theorie über Gott als einzige Ursache in der Welt. Es soll gezeigt werden, dass sich eine Beschäftigung mit diesen Theorien lohnt. Sie verdeutlichen nämlich die enge Verflechtung von Ideologie und Philosophie, machen aber auch auf grundlegende Probleme aufmerksam, die in angeblich vernünftigen Theorien kaum sichtbar werden. Ältere Theorie sind gerade dann von Bedeutung, wenn sie zu einer Reflexion über scheinbar selbstverständliche Annahmen herausfordern.