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Klassische Phänomenologie

Die Grazer Phänomenologie versteht sich als eine philosophische Erfahrungsanalyse, die das gesamte Spektrum menschlicher Erlebnis- und Handlungsfähigkeit (sinnlich-körperlich, geistig, seelisch, sozial) umfasst. Als Wesens- oder Strukturforschung operiert diese Analyse anschauungsbasiert. Das dabei zugrundeliegende Verständnis von Anschauung unterliegt dem Anspruch eines nicht-dogmatischen, reflektierten Intuitionismus. Dieser wird mit Bezug auf verschiedene Arten von Gegenständen (z. B. Wahrnehmungsdinge, ideale Gegenstände, axiologische, d. h. als wertvoll erfasste Gegenstände) im Kontext systematischer Konzepte des Bewusstseins, der Intentionalität, der Leiblichkeit, der Interpersonalität, des Verstehens usw. eingeführt und verteidigt. 

Ein solches Verständnis einer phänomenologischen Untersuchung steht in der Nachfolge und in Weiterentwicklung von Edmund Husserls philosophischem Denken, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Kernthesen und -konzepte der klassischen Phänomenologie formuliert. Diese wurden von anderen VertreterInnen der phänomenologischen Bewegung (Martin Heidegger, Max Scheler, Maurice Merleau-Ponty, Jean-Paul Sartre, Adolf Reinach, Edith Stein, Felix Kaufmann, Hannah Arendt, Roman Ingarden u. a.) modifiziert, revidiert und kritisiert.

Seit ihren historischen Anfängen zeichnet sich die Phänomenologie durch ein starkes Interesse an dem Verhältnis von Philosophie, Wissenschaft und Lebenswelt wie auch an interdisziplinärer Forschung aus. In der gegenwärtigen Forschungslage ist für die Positionierung der Phänomenologie darüber hinaus die Auseinandersetzung mit alternativen Paradigmen des philosophischen Denkens zentral, vor allem mit der analytischen Philosophie, aber auch mit der Existenzphilosophie, dem Pragmatismus oder mit verschiedenen Traditionen der Subjekttheorie und -kritik

Auf alternative Paradigmen und gegenwärtige Problemlagen gemäß den derzeitigen Forschungsschwerpunkten (Ethik, Meta-Ethik und Werttheorie, Emotion Studies, Erkenntnistheorie, Metaphysik und Wissenschaftstheorie) Bezug zu nehmen, ist eine gemeinsame Orientierung und Motivation der Grazer Phänomenologie. Ebenso wichtig ist ihr, Husserls transzendentale Phänomenologie in einen produktiven Austausch mit anderen Spielarten der Phänomenologie (v. a. mit der frühen realistischen Phänomenologie der Münchener Schule) zu bringen. Auf diese Weise soll die Entwicklung der Phänomenologie, von innen und außen, durch den freien, aber qualifizierten Umgang mit der Diversität philosophischer und wissenschaftlicher Ansätze vorangetrieben werden.

 

Kontakt

Heinrichstr. 26/V A-8010 Graz
Univ.-Prof. Mag. Dr. Sonja Rinofner Telefon:+43 (0)316 380 - 2310
Fax:+43 (0)316 380 - 9705

Web:http://homepage.uni-graz.at/sonja.rinofner/

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